
6.1.1838 Köln 2.10.1920 Berlin-Friedenau.
Bruch war Schüler seiner Mutter sowie von K. Breidenstein. Mit 14 Jahren führte er seine erste Sinfonie auf. Von 1853 57 waren Carl Reinecke und Ferdinand Hiller seine weiteren Lehrer. Ab 1858 wirkte er in verschiedenen Städten als Lehrer, Dirigent und Chorleiter. 1891 1910 lehrte er als Kompositions-Professor an der Berliner Musikhochschule. Der Titel eines Ehrendoktors wurde ihm 1893 verliehen.
Kennzeichen des Stils sind: Melodiösität, traditionelle, aber erfindungsreiche und gediegen kontrapunktisch gearbeitete Harmonik .
Zu Max Bruchs Werken gehören 3 Opern, zahlreiche große Chorwerke, 3 Violinkonzerte und 3 Sinfonien (darunter eine sehr schöne Sinfonie Es-Dur op. 28, die er Johannes Brahms widmete, zu dem er ein kollegiales, aber distanziert-freundliches Verhältnis hatte. Dass zwischen den beiden Komponisten Feindseligkeiten bestanden wie es Siegfried Ochs in seinen Erinnerungen Gesehenes, Geschehenes behauptet darf mit gutem Grund die Aufführung von Bruchs Odysseus op. 41 durch Brahms am 18.4.1875, mit dem er seine Tätigkeit als Leiter des Singvereins der Gesellschaft der Musikfreunde beschloß, sei als Beleg angeführt bezweifelt werden.). Der Großteil der Bruchschen Werke, die zu Lebzeiten hochgeschätzt waren, ist heute fast vollständig vergessen. Die in ihrer Zeit verhafteten Texten seiner Vokalwerke mögen dafür ein möglicher Grund sein. Von seinen Instrumentalwerken hat lediglich sein 1. Violinkonzert g-Moll, op. 26 überlebt und erfreut sich heute größter Beliebtheit bei Geigern und Publikum.
Die Einspielung mit Anne-Sophie Mutter und Herbert von Karajan kann ich nur wärmstens ans Herz legen. Sie ist sicher durch das sehr emotionale Vibrato der Geigerin eine der größten Aufnahmen.