Louis Spohr

Louis Spohr (Braunschweig, 5.4.1784 – Kassel, 22.10.1859) genoss zu seinen Lebzeiten sehr hohes Ansehen. Er galt auf dem gesamten Gebiet der Musik als Fachautorität ersten Ranges. Er galt als bedeutendster Violinist neben (!) Paganini. Als Violinlehrer bildete er fast 200 Schüler aus, die aus Europa und Übersee zu ihm kamen. Er gilt als einer der ersten modernen Dirigenten; förderte Wagner und setzte sich für die Wiederbelebung Alter Musik ein. Die Zitierung von seinen musikalischen Themen auch von Komponisten späterer Generation, wie Brahms, Dvorak und sogar Mahler und Schönberg, zeigen die Bedeutung Spohrs für die Romantik und selbst für die Moderne. Und auch über seine Wirkung als Künstler hinaus war der bescheidene und humanitär ausgerichtete Mensch Spohr, der nach politischer Freiheit und sozialen Verbesserungen – er setzte sich für die soziale Absicherung seiner Musiker ein - strebte, vielen Menschen ein Vorbild.

Spohr schuf als einer der letzten Komponisten Werke für alle Instrumental- und Vokalgattungen seiner Zeit. In der Kammermusik verfasste er einige Kompositionen für ausgefallene Besetzungen (z.B.Lieder mit vierhändiger Klavierbegleitung). Seine Violinkonzerte (18 Stück) sind, im Gegensatz zu vielen Virtuosenkonzerten seiner Zeit, eine gelungene Synthese von Virtuosität und formalen Aspekten. Das bekannteste Violinkonzert ist wahrscheinlich Nr. a-Moll op. 47 „In Form einer Gesangsszene“.

Kritisiert wird Spohrs geringe Weiterentwicklung. Sind die Werke des jungen Spohrs musikalisch fortschrittlich so sind die Kompositionen, die 40 Jahre später entstanden, im Wesentlichen Imitationen seiner frühen Werke. Für jedes kompositorische Problem experimentierte Spohr ausgiebig. Hatte er dann eine gute Lösung gefunden, so nutzte er sie für seine weiteren Werke ohne sie zu verändern. Auf dem Gebiet der Oper („Faust“ (1813), „Jessonda“ (1823) u.a.) klassische Formgebundenheit und romantisches Ausdrucksstreben und wurde zum unmittelbaren Vorläufer Richard Wagners.

Der Tonfall vieler seiner Werke lässt sich als ein schwärmisch-melancholischer bezeichenen.

Empfehlenswerte Aufnahmen ausgewählter Werke von Spohr

(erhältlich bei jpc; dort sind auch Hörbeispiele verfügbar)


























































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