
13.2.1870 Soshly bei Wilna – 21.11.1938 New York
Godowsky lernt als Kind Klavier und Geige. Seinen ersten Auftritt hat er mit neun Jahren. Nach dreimonatigem Studium in Berlin bei Ernst Rudorff zieht er 1884 in die USA und debütiert in Boston. 1887 – 90 lebt er in Paris und nimmt Unterricht bei Saint-Saens. Danach arbeitet er als Klavierlehrer in verschiedenen Städten der USA. !900 gibt er sein Berliner Debüt, das ihn zum gefeierten Virtuosen macht. Bis 1909 lebt er in Berlin. 1909 unterrichtet er an der Wiener Akademie für Musik und darstellende Kunst. Nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs kehrt er in die USA zurück. 1930 bekommt er während einer Aufnahme einen Schlaganfall, der seine Virtuosenlaufbahn beendet.
Als Pianist gilt Godowsky als „Hexenmeister der Technik“. Aufnahmen von Griegs Ballade , Schumanns Carnaval , oder Chopins Marche funebre stellen ihn in Reihe der bedeutendsten Pianisten des 20. Jahrhunderts.
Seine Kompositionen – hauptsächlich Werke für Klavier mit und ohne einem anderem Instrument – sind durch eine polyphone und –rhythmische Satzweise geprägt, deren Harmonik sehr reich ist. Pianistisch stellen die Klavierstücke enorme Anforderungen an den Ausführenden. Berühmt geworden sind seine Bearbeitungen der Chopinschen Etüden, deren ohnehin schon sehr hohen Schwierigkeitsgrad er noch weiter steigerte. Teilweise klingen die Bearbeitungen wie vierhändiges Klavierspiel oder erzeugen als Studie für die linke Hand allein fast den Eindruck des zweihändigen Originals ( Revolutionsetüde ).
Eine Liveaufnahme (!), in der einige der Bearbeitungen der Chopinschen Etüden mit den Originalen Werken Chopins gegenüberstellt sind. Auch die Interpretationen der orginalen Etüden sind empfehlenswert.