Giacomo Meyerbeer

(eigentlich Jakob Liebmann Meyer Beer) geboren 5.9.1791 in Tasdorf, gestorben 2.5.1864 in Paris

Meyerbeer war ein glühender Verehrer Mozarts. So trat er nicht nur als Pianist mit einem Werk Mozarts 1801 erstmals öffentlich auf, sondern suchte sich in Anlehnung an die Stationen seines Vorbildes als Musiker zu bilden. Er errang seine größten Erfolge in Paris der 30iger und 40iger Jahre des 19. Jahrhunderts, das zum europäischen Theaterzentrum wurde und wo er in Eugene Scribe einen erfahrenen Librettisten fand, der sich auch in der aufkommenden Kommerzialisierung des Opernbetriebs zu behaupten wusste. Die Kommerzialisierung führte in der Musik zu der Spaltung in die sogenannte „ernste, gehobene“ und die sogenannte „leichte, seicht unterhaltende“ Musik. Auf dem Gebiet der Oper war Meyerbeer zweifellos der anerkannte Repräsentant der „gehobenen“ Musik.

Lange Zeit wurde übersehen, dass Meyerbeer, wie viele Meister dieses Jahrhunderts, sich auch die Folklore (vor allem Italiens) nutzbar machte. Sein Hauptgestaltungsmittel ist der Kontrast, nicht die Anwendung sinfonischer Entwicklungsprinzipien. Meyerbeer hat beim Komponieren stets die Wirkung vor Augen, die vom Sänger ausgeht; von diesem Gesichtspunkt her werden die musikalischen Mittel eingesetzt. Trotz mancher Anfeindungen (Richard Wagner u.a.) trat Meyerbeer für die Pflege der deutschen Musik ein und förderte selbstlos viele junge Musiker. Wohl wegen des Glanzes und der Prachtentfaltung, die ein Kennzeichen der formvollendeten Opern Meyerbeers sind, gilt er als konsequenter Fortsetzer der Barockoper mit gesteigerten Mitteln. Seine Musik als eklektizistisch und nur auf äußerliche Effekte bedacht zu kennzeichnen, lässt sich angesichts der Werke selber wohl schwerlich aufrecht erhalten. Meyerbeers Einfluss auf den mittleren Verdi ist nicht zu unterschätzen.


Literatur

H. Mendel: “G. Meyerbeer: sein Leben und seine Werke“, Berlin 1869.

J. Kapp: „Meyerbeer“, Berlin 1920.

R. Zimmermann: „G. Meyerbeer: ein Biographie nach Dokumenten“, Berlin 1998.

G. Oberzaucher-Schüller/J. Weißenböck (Herausgeber): „G. Meyerbeer. Komponist – Jude – Europäer“, Wien 1998.


























































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