
Edouard Lalo (27.1.1823 in Lille – 22.4.1892 in Paris) entstammt einer alten Offiziersfamilie. Gegen den Willen des Vaters, der eine hohe Offizierposition unter Napoleon Bonaparte inne hatte, entschied sich Edouard für eine Musikerlaufbahn und gegen eine als Offizier. Er verließ deshalb als sechzehnjähriger sein Elternhaus und lies sich ohne finanzielle Absicherung in Paris nieder. Dort verdiente sich Lalo seinen Lebensunterhalt zunächst als Violinlehrer und widmete sich daneben seiner eigenen musikalischen Fortbildung.
Laolos selbstkritischer Wesenszug ließ ihn seine Stücke lange ausfeilen, was auf Kosten der Produktivität ging. Er bevorzugte dabei weniger die großen Formen als vielmehr das Charakterstück. Seine Harmonik folgt den Regeln der klassischen Tonalität, die nach 1870 durch die Aufnahme von nordischen, spanischen und russischen volkstümlichen Elementen eine Erweiterung erfuhr. Charakteristisch ist des Weiteren die Verwendung von ausgefallenen Skalen, die später dann auch bei Debussy und Messiaen zu finden sind. Seine Orchestrierung ist sehr hart, was ihm gelegentlich vorgeworfen wird.
Lalo ist ein im deutschen Musikleben ein kaum bekannter Komponist, dessen Musik sich aber auf die deutschen Romatiker – genauso wie bei Franck, Chabrier und Faure – bezieht. Er widmete sich, genau wie Schubert oder Schumann, der Sonatenform und dem Lied. Er bewunderte Wagners Instrumentationkunst, sprach aber Brahmas jegliche Fähigkeiten auf diesem Gebiet ab.
Anfangs als Komponist - vor allen Dingen von Kammermusikwerken – wenig erfolgreich, konnte er zu Beginn der 1870iger Jahre mit zwei Werken aus dem Schatten treten. Zwei Solokonzerte für Violine machten Lalo berühmt: das erste (F-Dur op.20) dem belgischen Geiger Pierre Joseph Marsick, einem Schüler von Joseph Joachim; das zweite (d-Moll op.21 „Symphonie espagnole“) dem legendären Virtuosen Pablo de Sarasate.
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