
Charles Valentin Alkan (geboren am 30.11.1813 in Paris, gestorben am 29.3.1888 in Paris) erhielt den ersten Unterricht von seinem Vater, zunächst auf der Geige. 1821 gewann er auf diesem Instrument auch einen 1.Preis des Konservatoriums. Parallel dazu widmete er sich dem Studium des Klaviers und der Orgel. Später wurde er ein bewunderter Pianist in der Reihe der großen Virtuosen des 19.Jahrhunderts. Kennzeichen seines Spiels waren der Verzicht auf Rubato sowie Präzision, Kraft und Brillanz. Geschätzt waren seine Interpretationen der Werk Beethovens und Schuberts, die damals noch nicht zum Standardrepertoire eines Pianisten gehörten. Persönlich befreundet war er mit George Sand und Frederic Chopin, mit dem er gelegentlich Konzerte veranstaltete. Alkans Charakterzug der Menschenscheu ließ ihn sich wiederholt aus der Öffentlichkeit zurückziehen. Persönliche Enttäuschungen über das ihm Versagen einer Professur am Pariser Konservatorium verstärkten diesen Charakterzug noch.Um seinen Tod rangt sich die Legende, dass er von einem umstürzenden Bücherschrank erschlagen wurde.

Starke kompositorische Motivation erhielt er aus seiner Religiosität. Sein Wunsch war es, in einem „zweiten Leben“ die gesamte Bibel (die er für den eigenen Gebrauch übersetzte) zu vertonen. Testamentarisch stiftete Alkan Geld für einen jährlich zu vergebenen Kompositionspreis für die Vertonungen ausgewählter Texte des Alten Testamentes in der Besetzung Gesang, Chor und Orchester.
Besondere Begeisterung hatte Alkan, angeregt u.a. von Schumann, für das Pedalklavier. Er erwog die Einrichtung eines Lehrstuhls für dieses Instrument, was letztendlich nicht zu Stande kam. Außerdem stiftete er wieder testamentarisch Geld für einen jährlich stattfindenden Wettbewerb auf diesem Instrument. Obwohl angeregt von den Orgelwerken Bachs und Mendelsohns hinterließ Alkan nur wenige ausschließlich für Orgel geschriebene Kompositionen. Die meisten existieren in einer Fassung für Pedalklavier, die er mit vielen Spielanweisungen versah.
Unbedingt muss man die 25 Preludes op.31 in einer Aufnahme mit Olli Mustonen anhören. Olli Mustonen spielt mit äußerst subtilen Nuancierungen. Der Flügel ist relativ hart intoniert, was im äußersten pianissimo gar nicht hart klingt, sondern unglaublich viele Klangnuancen erlaubt. Leider scheint die Aufnahme (die kombiniert mit Preludes von Schostakowitsch ist) nicht mehr neu erhältlich zu sein. Gebrauchte CDs bei amazon.de werden hoch gehandelt. Ich habe dort Angebote von 40 € aufwärts gesehen. Informieren Sie sich hier über die derzeitigen Angeboten bei amazon.de, indem Sie dem Link folgen. Auch finden Sie dort Hörbeispiele der CD.
Mit den Werken von Charles Valentin Alkan sind folgende andere CDs (u.a. mit den 25 Preludes op.31) auf dem Markt: