Vergessene Komponisten
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Carl Stamitz

Mannheimer Schule

geboren am 8.5.1745 in Mannheim; gestorben am 9.11.1801 in Jena.

Carl Stamitz zählt zu der zweiten Generation der sogenannten Mannheimer Schule. Diese Schule hat auf das Musikleben des 18. Jahrhunderts einen großen Einfluss ausgeübt; man kann sie auch als „Avangarde des 18. Jahrhunderts“ bezeichenen. Die wohl bedeutenste Errungenschaft der Mannheimer Schule ist die Fixierung der Orchesterbesetzung. Waren bislang die Musikaufführungen von den gerade verfügbaren Musikern abhängig, wurde nun die Besetzung des Orchesters festgeschrieben. Zudem erfolgte eine Erweiterung der im Orchester verwendeten Instrumente. Bereits in der ersten Generation der Mannheimer Schule wurden die Hörner als strukturbildende Gruppe intergriert; mit Carl Stamitz wird in der zweiten Generation die Klarinette etabliert. Die Melodiegestaltung durch Terzen, gebrochene aufwärtsstrebende Dreiklänge (die sogennante Mannheimer Rakete), stufenlose Dynamik und die Verwendung von 2 in ihren Charakter differierenden Themen sind weitere Kennzeichen des Mannheimer Stils, die auch Carl Stamitz verwendete.

Stamitz schuf Musik für fast alle Instrumentalgattungen, aber nur wenige Vokalwerke. Trotz seiner Produktivität im Bereich der Kammermusik, liegt Stamitz Hauptfeld eindeutig im Orchester. Er schuf über 50 Sinfonien, 38 sinfonie concertante und über 60 Solokonzerte. Stamitz bevorzugt in der Sinfonie – im Gegensatz zu seinem Vater, der die Viersätzigkeit durch Einfügen des Menuetts eingeführt hat - wieder die Dreisätzigkeit des italienischen Modells.

Carl Stamitz war in seiner Zeit ein sehr beliebter Komponist. Jean Paul dichtete: „Stamitz stieg – nach einem dramatischen Plan, den sich nicht jeder Kapellmeister entwirft – allmählich aus den Ohren in das Herz, wie aus Allegros in Adagios; dieser große Komponist geht in immer engern Kreisen um die Brust, in der ein Herz ist, bis er sie endlich erreicht und Entzückungen umschlingt.“ (aus: Jean Paul: Gartenkonzert von Stamitz). Besonderer Beliebtheit erfreuten sich offenbar Stamitz langsame Sätze: „sonderlich sind seine Andante meisterhaft gerathen – eine Folge seines gefühlvollen Herzens.“ (aus: Chr. Fr. D. Schubart: Ästhetik der Tonkunst).

Die Komponisten der Mannheimer Schule, die der Vorklassik zugerechnet werden, standen lange Zeit im Musikleben des 20. Jahrhunderts im Schatten der „echten Klassiker“: Haydn, Mozart, Beethoven.

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4 Sinfonien (op. 13 / 16 Nr. 4 & 5;op. 24, 3;La Chasse). In dieser Aufnahme (Kammerorchester London Mozart Players) fallen vor allen Dingen die Streicher mit ihrer samtenen Klangfarbe auf.

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